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Mit ruhiger Hand zurück in Deutschlands Spitze

Poolbillard-Abteilung der SG Johannesberg vereint Spitzensport und Nachwuchsarbeit
Hochklassiges Poolbillard hat in Fulda eine große Tradition. Viele Jahre lang spielte der damalige 1. PBC Fulda in Deutschlands höchster Liga, wurde vor und nach der Jahrtausendwende viermal Deutscher Meister und sogar zweimal Vereins-Europameister. Der PBC brachte Talente wie den mehrmaligen Welt- und Europameister Thorsten Hohmann hervor. An diese Tradition möchte die Poolbillard-Abteilung der SG Johannesberg, die 2008 gegründet wurde, anknüpfen. Die Voraussetzungen dafür sind günstig. Unter dem Dach der sehr erfolgreichen und aktiven SG Johannesberg mit ihrem rührigen Vorsitzenden Lothar Plappert haben die Billardspieler seit einigen Jahren eine neue Heimat gefunden. Und der Verein verfügt über ausgesprochen große Talente, die allesamt das Zeug dazu haben, Poolbillard in Deutschlands höchster Klasse anzubieten.

Doch dazu ist allerdings noch ein gehöriges Stück an Weg zurückzulegen. Die erste Mannschaft geht in diesem Jahr in der dritthöchsten Liga, der Regionalliga-Ost, an den Start. „Es ist natürlich unser Ziel, wieder in der Bundesliga zu spielen“, erklärt Abteilungsleiter Alexander Peer. Die Marschroute: Im Jahr 2020 in der zweiten Bundesliga antreten, vier Jahre später wollen die Johannesberger dann Bundesligist sein.

Das Konzept ist langfristig angelegt, es wird mit ruhiger Hand agiert bei den osthessischen Queue-Artisten. Zwar liegt das Augenmerk auf der ersten Mannschaft, doch sollen alle Teams so gefördert werden, dass sie nachhaltig erfolgreich sind. Das gilt für den Senioren- und den Nachwuchsbereich. So passt es in die Mission der Johannesberger, dass sie im Jugendbereich gerne zwei Einzeltitel auf Hessenebene gewinnen möchten.

Und gar die deutsche Billard-Meisterschaft im Einzel ist für einen Aktiven der SG Johannesberg möglich. Raphael Wahl, 22 Jahre alt und gebürtiger Fuldaer, gilt als eines der größten Talente in Deutschland. Trotz seiner Jugend hat Wahl bislang jede Menge Titel einheimsen können: Dreimal war er bereits deutscher Meister, jeweils dreimal war er Europameister sowie deutscher Meister im Nachwuchsbereich. Im Jahr 2015 wurde er Dritter bei der Junioren-WM. „Es ehrt uns sehr, dass Raphael sich nicht für einen Bundesligisten, sondern für uns entschieden hat“, sagt Alexander Peer. „Das belegt, dass er von unserem Konzept überzeugt ist. Neben Wahl gehen Erik Köhler (22, aus Künzell), Moritz Heurich (27, aus Neuhof) sowie der 45-Jährige Senior Marcus Rohe (Aschaffenburg) für die erste Mannschaft in der Regionalliga an den Start. Erster Heimkampf ist am Samstag, 27. Oktober, im Johannesberger Sporthaus. Im Moment laufen Verhandlungen mit einem weiteren Spitzenspieler, dann ist der Weg für die erste Bundesliga frei.

Es gibt drei weitere Teams mit insgesamt mehr als 20 Spielern in der Poolbillard-Abteilung der SG Johannesberg, die von der Verbands- bis zur Kreisliga agieren. Die Jugendarbeit, inklusive Talentfindung und Nachwuchsförderung, floriert.
Man sieht: In der Johannesberger Poolbillard-Abteilung passiert einiges. Und vieles soll noch intensiviert werden. Doch das ist natürlich mit Kosten verbunden. „Es ist unser Ziel, den Kindern, Jugendlichen und Aktiven ein Umfeld zu bieten, in dem qualifizierter und erfolgreicher Leistungssport angeboten wird. Generell für den Nachwuchs gibt es ein Sportangebot querab von Spielkonsole und Handy“, sagt Alexander Peer, der froh darüber ist, dass die Billardsportler schon einige Fuldaer Unternehmen für Ihre Sport als Sponsoren begeistern konnten. Mit der Kanzlei Alt, Kemmler, Kowalski, PST Finanz GmbH sowie mit Liefländer Personalservice drei Hauptsponsoren sowie mit BNI Mitte, den Friseursalon Peer und Teleprofi Fulda zwei Nebensponsoren gefunden zu haben. Generell sei jeder weiterer Förderer und Sponsor herzlich willkommen, sagt Alexander Peer: „Bei uns ist jeder Euro gut angelegt.“