8:0 beim amtierenden Deutschen Meister PBC Joker Altstadt. 6:2 beim Titelmitfavoriten BV Brotdorf. Vier Siege aus vier Saisonspielen und eine beeindruckende Einzelbilanz von 28:4. Unsere Bundesliga-Mannschaft hat an diesem Wochenende eindrucksvoll gezeigt, warum sie zu den Anwärtern auf die Deutsche Meisterschaft gehört. Doch hinter den beiden Auswärtssiegen stecken zwei völlig unterschiedliche Geschichten.
Manchmal gibt es Wochenenden, an denen einfach alles zusammenpasst. An denen eine Mannschaft über sich hinauswächst, in entscheidenden Momenten die Nerven behält und am Ende mit dem Gefühl nach Hause fährt, gemeinsam etwas Besonderes erreicht zu haben.
Für unsere SG Johannesberg war dieses Wochenende ein solches.
Dabei warteten mit dem PBC Joker Altstadt und dem BV Brotdorf gleich zwei der anspruchsvollsten Auswärtsaufgaben der Saison. Beide Vereine gehören seit Jahren zur deutschen Spitze. Wer dort bestehen will, braucht mehr als individuelle Klasse.
Samstag: Ein 8:0, das niemand erwartet hatte
Beim amtierenden Deutschen Meister PBC Joker Altstadt gelang unserer Mannschaft am Samstag ein nahezu perfekter Auftritt.
Yuma Dörner, Juri Pisklov, Tobias Bongers und Kapitän Raphael Wahl gewannen sämtliche acht Begegnungen. Bereits zur Halbzeit führte die SGJ mit 4:0. Auch danach ließen unsere Jungs nicht nach und machten den außergewöhnlichen 8:0-Auswärtssieg perfekt.
Besonders erfreulich war das Bundesligadebüt von Yuma Dörner im Trikot der SG Johannesberg. Der Sportsoldat gewann beide Partien und fügte sich nahtlos in die Mannschaft ein.
Juri Pisklov begeisterte mit offensivem, temporeichem Billard. Tobias Bongers überzeugte mit seiner gewohnten Ruhe und Konstanz. Raphael Wahl zeigte einmal mehr seine Qualitäten als Kapitän und setzte den Schlusspunkt.
Ein Ergebnis, das in dieser Höhe selbst die größten Optimisten überrascht haben dürfte.
Doch allen Beteiligten war bewusst: Die nächste Aufgabe könnte noch schwieriger werden.
Sonntag: Brotdorf wird zur erwartet harten Nuss
Der BV Brotdorf zählt zu den ernsthaften Mitfavoriten auf die Deutsche Meisterschaft. Entsprechend groß war der Respekt vor dieser Begegnung.
Und tatsächlich entwickelte sich am Sonntag ein völlig anderes Spiel als noch am Vortag.
Zwar brachte Raphael Wahl unsere SGJ im 14.1 endlos mit einem deutlichen 125:25 gegen Marco Spitzky in Führung, doch Luca Menn glich im 8-Ball gegen Tobias Bongers zum 1:1 aus.
Yuma Dörner sorgte anschließend mit einem 9:5 gegen Maximilian Lechner für die erneute Führung.
Zum ersten großen Krimi wurde die 10-Ball-Partie zwischen Juri Pisklov und Stefan Kasper. Lange lag Juri zurück, erst im letzten Drittel kämpfte er sich wieder heran. Beim Stand von 7:7 musste das letzte Spiel entscheiden.
Pisklov behielt die Nerven, gewann mit 8:7 und sicherte unserer Mannschaft einen enorm wichtigen Punkt.
3:1 zur Halbzeit – eine gute Ausgangslage, aber noch lange keine Vorentscheidung.
Drei Krimis, drei Siege – und das nötige Quäntchen Glück
Auch in der zweiten Hälfte blieb es spannend. Brotdorf gab sich zu keinem Zeitpunkt geschlagen und kämpfte um jeden einzelnen Punkt.
Besonders lang und intensiv verlief das 14.1-endlos-Duell zwischen Tobias Bongers und Stefan Kasper. Tobias kämpfte sich immer wieder heran, musste sich am Ende aber mit 102:125 geschlagen geben. Es war die längste Partie des Tages.
Parallel dazu lieferten sich Raphael Wahl und Marco Spitzky im 8-Ball sowie Juri Pisklov und Luca Menn im 9-Ball zwei weitere Begegnungen auf Messers Schneide.
Beide Partien gingen über die volle Distanz. Raphael gewann mit 8:7, Juri setzte sich mit 9:8 durch.
Auch Yuma Dörner blieb seiner Linie treu und holte gegen Maximilian Lechner mit einem souveränen 8:3 im 10-Ball seinen vierten Einzelsieg des Wochenendes.
Am Ende stand ein 6:2-Auswärtserfolg, der auf dem Papier deutlicher aussieht, als die Begegnung tatsächlich war.
Drei der acht Partien wurden erst im letzten Spiel entschieden. Alle drei gingen an Johannesberg. Hätten diese Entscheidungen einen anderen Verlauf genommen, wäre auch ein Unentschieden möglich gewesen.
Gerade solche Spiele zeigen, wie eng die deutsche Bundesligaspitze beieinanderliegt.
Alexander Peer: „Die Mannschaft hat das ganze Wochenende wie entfesselt gespielt“
Abteilungsleiter Alexander Peer war nach dem erfolgreichen Doppelspieltag begeistert, wollte die Ergebnisse aber auch richtig einordnen.
„Die Mannschaft hat das ganze Wochenende wie entfesselt gespielt. Was die Jungs am Samstag beim Deutschen Meister gezeigt haben, war außergewöhnlich. Aber auch der Sonntag war eine ganz starke Leistung. Wir wussten, dass Brotdorf die härtere Nuss werden würde.“
Besonders beeindruckt zeigte sich Peer vom Kampfgeist seiner Spieler.
„Bei aller Qualität, die wir in unserer Mannschaft haben, gehört in solchen Begegnungen auch das nötige Glück dazu. Und das war am Sonntag neben unserem Können sicherlich auf unserer Seite. Drei Partien, die erst im letzten Spiel entschieden werden, können auch anders ausgehen. Umso mehr freut mich, wie unsere Jungs gekämpft und die Nerven behalten haben.“
Für Peer steht außer Frage, dass der BV Brotdorf zu den stärksten Mannschaften der Liga gehört.
„Brotdorf ist für mich ganz klar ein Mitfavorit auf die Deutsche Meisterschaft. Dort mit 6:2 zu gewinnen, ist alles andere als selbstverständlich.“
Lothar Plappert: „Die Deutsche Meisterschaft in Johannesberg wäre großartig“
Auch unser Vereinspräsident Lothar Plappert verfolgt die sportliche Entwicklung der Billardabteilung mit großer Freude.
„Die SG Johannesberg ist mit den Saints im American Football und unserer Billardmannschaft gleich in zwei Sportarten auf Bundesebene vertreten. Das ist für unseren Verein etwas ganz Besonderes und macht uns unglaublich stolz.“
Der Traum vom ganz großen Erfolg darf dabei durchaus ausgesprochen werden.
„Wenn es unserer Mannschaft gelingen würde, die Deutsche Meisterschaft nach Johannesberg zu holen, wäre das natürlich großartig. Das wäre ein historischer Erfolg für unseren gesamten Verein.“
Vier Spiele, vier Siege – unser Weg geht weiter
Nach drei dritten Plätzen in Folge und der deutschen Vizemeisterschaft 2026 haben wir für diese Saison ein klares Ziel formuliert: Wir wollen um die Deutsche Meisterschaft spielen.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass unsere Mannschaft diesen Anspruch mit Leistung untermauert.
| Spiel | Ergebnis |
|---|---|
| SG Johannesberg – BSG Osnabrücker Sportclub | 7:1 |
| SG Johannesberg – BC Oberhausen | 7:1 |
| PBC Joker Altstadt – SG Johannesberg | 0:8 |
| BV Brotdorf – SG Johannesberg | 2:6 |
Vier Spiele. Vier Siege. 28:4 Einzelpunkte.
Doch so beeindruckend diese Zahlen auch sind: Die Saison ist noch lang. Gerade die engen Begegnungen in Brotdorf haben gezeigt, dass jeder Erfolg hart erarbeitet werden muss.
Was uns besonders zuversichtlich stimmt, ist die Geschlossenheit dieser Mannschaft. Unsere Spieler übernehmen Verantwortung, unterstützen sich gegenseitig und kämpfen auch dann weiter, wenn eine Partie nicht nach Plan läuft.
Das ist die Grundlage für alles, was wir in dieser Saison noch erreichen wollen.
Danke an zwei starke Gastgeber
Bei aller Freude über dieses erfolgreiche Wochenende möchten wir eines ausdrücklich betonen: Unser Respekt gilt auch dem PBC Joker Altstadt und dem BV Brotdorf.
Beide Vereine stehen für hochklassigen Poolbillardsport, sportliche Fairness und großes Engagement für unseren Sport.
Wir bedanken uns herzlich für die Gastfreundschaft und die Begegnungen auf höchstem Niveau. Wir wissen, wie viel Arbeit und Leidenschaft hinter erfolgreichen Bundesligamannschaften stehen.
Wir freuen uns darauf, beide Teams in der Rückrunde in unserer Billard-Arena Johannesberg begrüßen zu dürfen.
Der Traum lebt
Vor wenigen Jahren war die 1. Bundesliga für unsere Abteilung noch ein großes Ziel. Heute spielen wir gegen die besten Mannschaften Deutschlands und dürfen selbst von der Meisterschaft träumen.
Das ist keine Selbstverständlichkeit. Dahinter stehen viele Jahre Arbeit, engagierte Mitglieder, verlässliche Sponsoren und Menschen, die unseren Weg mitgestaltet haben.
Dieses Wochenende gehört unseren Spielern. Sie haben mit ihrer Leistung etwas Besonderes geschaffen.
Aber unser Weg ist noch nicht zu Ende.
SG Johannesberg – gemeinsam #erstklassig.